Szigligeti Kerti Vasutak, zu deutsch: Szigliget Garten Bahn eine Vulkan-Bahn in Ungarn
Hier eine Dampf-Fahrt über unsere Anlage mit einem schweren Holzzug:
http://www.youtube.com/watch?v=03lKIJ74oH8
Diese Kleinbahn mit tätigem Vulkan verkehrt im Garten unseres Ferienhauses im malerischen Weinort Szigliget am Nordufer des Balaton (Plattensee) in Ungarn.

Streckenbeschreibung:
Die Fahrt beginnt in der Station Veilchental und führt durch die Kehrschleife über eine 2003 noch behelfsmäßig aufgebaute Brücke nach Westen. Über eine kleine Weichenstraße kommen wir nun in den Bahnhof Szigliget Centralstation. Hier befindet sich das Betriebszentrum der Bahn, ein Ausweichgleis für Zugkreuzungen und ein Wasserkran.
(Abfahrt in Ibolya Völgy)


Das große Empfangsgebäude aus Basaltsteinen, Bahnsteigbeleuchtung (übrigens das Einzige was auf meiner Anlage elektrisch betrieben wird) und ein Ausfahrtsignal sind hier zu sehen. (Hier bei auf einer Nachtaufnahme zu sehen)

Von hier können die Reisenden über einen kleinen Fußweg zum etwas versteckt liegenden Tabaluga See gelangen. In dem See spritzt ein kleiner Spritzbrunnen und Tabaluga, ein grüner schwimmender Drache (angeblich soll er der Schwager der in Schottland lebenden Nessi sein) dreht dort beständig seine Kreise.
Nach der Bahnhofsausfahrt der Centralstation wendet sich die Strecke nach Osten, über eine große LGB Gitterbrücke rumpelt unser Zug hinter dem gewaltigen Basaltbergmassiv der „Kleinen Tatra“ vorbei.Ebenfalls rechts lassen wir den Burgbergbasistunnel mit den Ausläufern der Szigligetter Burg liegen. (erbaut nach 1260 von König Béla IV.).
Nun geht es, linker Hand durch dichte Weinbewaldung geschützt, auf die lange starke Steigung der „Vincenz Rampe“. (Benannt nach meinem 16 jährigen Sohn Vincenz der bei den Bauarbeiten den größten Teil der 8 Tonnen Erde geschaufelt hat). Der Zug durchfährt dabei den eisenbahntechnisch einzigartigen, von echten Reben gebildeten Weintunnel.
Diese Rampe verlangt den Dampflokomotiven einige Anstrengung ab. Am Brechpunkt der Rampe kommen wir auf 27 Höhencentimeter über normal null an, rechts sehen wir den immer noch tätigen Vulkan Georgs Berg (Ausbruch meistens Samstags 14.00 Uhr, oder wenn Besuch kommt). Hinter dem Goldtuja Busch kommt der Zug in einer scharfen Rechtskurve am Haltepunkt „Pompeji“ zum Stehen.
(Nach der Bergauffahrt kurz vor der Bergstation Pompeij)

(Nächtlicher Ausbruch des Vulkans - Es kam keiner zu Schaden)

Das Stationsgebäude wurde in diesem Sommer von meinem Sohn Vincenz neu erbaut, das alte wurde beim letzten Vulkanausbruch stark in Mitleidenschaft gezogen. Von hier können die Reisenden mit einem kleinen Fußmarsch die berühmten römischen Ausgrabungen am Fuße des Georgs Berges erreichen und sich in der neu erbauten Eisdiele erfrischen. Nach einer Wendung nach Süden erreicht unser Zug wieder den Scheitelpunkt der Rampe und die Talfahrt kann beginnen.


Technische Beschreibung:
Es sind LGB Gleise verlegt. Größtenteils kleine und mittlere Radien R1 und R2 (und ich schäme mich gar nicht dafür!). Es steht einer kleinen Vulkanbahn nämlich gut, die engen Kurven. Alle Weichen werden von Hand bedient. (Auch das ist nicht peinlich, ich habe nämlich genügend Kinder und Mitspieler die immer gerne als Weichensteller fungieren). Die Gleise liegen im Bereich der Centralstation auf Betongleisbetten von Perski. Das ist Klasse, seit Jahren schon, aber für mich schwer transportierbar nach Ungarn. Im Bereich der Station Pompeji liegen die Gleise auf den bekannten 5 cm starken dachziegelartig geformten Betonrasenkantensteinen, die kosten ca. 1 EURO und lassen durch ihre Formgebung jeden Kurvenradius zu. Bei der Station Veilchental liegen die Gleise auf Flusskies 3-5mm Körnung und das geht ganz famos und erlaubt jeder Zeit ein „Nachstopfen“. Ich denke dass ich bei eventuellen Streckenerweiterungen in Zukunft diese Methode anwenden werde.
Ich möchte noch erwähnen, dass meine Gleise nur während der Betriebssaison im Garten liegen, da durch die Aktivitäten der so genannten „Mobilen Minderheit“ in Ungarn ein starker Materialschwund zu befürchten ist, wenn die Sachen im Winterhalbjahr unbeobachtet bleiben.
Elektrischen Strom gibt es bei meiner Anlage nur zur Beleuchtung der Bahnsteige, Stationsgebäude und Signale.Ich verwende einen 10 Ah. Trafo und eine Spannung von nur 4 Volt, dadurch kann ich ganz billige Taschenlampenbirnchen die ich auch dort kaufen kann verwenden. Bis der Strom durch die langen Kabel bei den Verbrauchern ankommt, hat er die Stärke der Birnchen von 3,5 V erreicht. Die Lampen selbst habe ich aus Alurohren für die Masten und Ü-Ei Verpackungen für die Lampenschirme gebastelt. Die Schienen führen bei mir keinen Strom, es wird nur mit Akku – Strom – Lokomotiven oder mit Dampfkraft gefahren. Die Bahn wurde 1999 begonnen und in mehreren Stufen bis zu ihrer jetzigen Länge von ca. 12 Metern ausgebaut. Für das kommende Jahr ist die Erweiterung der Strecke zum Basaltsteinbruck "Macscaluk"geplant.Seit Dezember 2003 stehen zwei „Großmodelle“ (Hunte Spur 600mm) aus dem Bergwerk des Urgroßvaters meiner Frau als Denkmal vor dem Haus und warten auf Restaurierung.
Im Jahre 2006 wurde der im Text beschriebene "Tabalugasee" nach einem schrecklichen Vulkanausbruch im Morgengrauen des 10.August durch herunterfließende Lava und Geröll Massen völlig verschüttet. Zu sehen ist nun ein "steinernes Meer" an stelle des ehemaligen Vulkansees. Tabaluga soll der Sage nach von nun an auf einem Unterirdischen See tief unter dem Vulkan seine Runden drehen, in so mancher sternenklaren Nacht kann man jedoch immer noch aus der Tiefe ein Fauchen und Zischen hören was nach Auskunft der speziellen Spezialvulkanforscher dem Schwager von Nessi genannt Tabaluge zuzuordnen ist. Zum Gedenken an das "Untier" behält die CENTRALSTATION den Beinamen "Tabalugasee".
Weitere Betriebsbilder von der Szigligeti Kerti Vasutak finden sie übrigens in unserer Galerie!
Wer nähere Informationen über den wunderschönen Ferienort Szigliget am Plattensee sucht, oder gar einen Badeurlaub am See in unserem Häuschen mit Gartenbahn plant, melde sich bei mir. Wir vermieten unser Familiendomizil mit Vulkanbahn im Garten gerne an interessierte Eisenbahnfreunde.
Kontakt:
amanncj@aol.com
Text & Fotos: Christian und Vincenz (C)
Donnerstag, 11. Oktober 2007 um 12:36 (Antwort)
aber die Bierfässer, die auf eine solche Eisenbahn gehören, die habt Ihr wohl schon leergesoffen und weggeworfen, oder was?
Joachim & Alexander